Mir geht es häufig so, dass ich Dinge zwar besser weiß, Sie aber nicht auf Anhieb erklären kann. Besonders wenn es komplex wird. Da man so etwas im Allgemeinen als “klugscheißen” bezeichnet, bringen mich diese Tatsachen oft in recht frustrierende Situationen.
Neulich wollte ich jemanden davon überzeugen, dass es recht unvorteilhaft ist beim Lotto ständig sein Geburtsdatum zu tippen. Zum Ersten, hat jede Zahl die selbe Chance gezogen zu werden. Es ist also von dieser Sicht aus absolut bedeutungslos welche Zahlen man tippt. Die Wahrscheinlichkeit 6 Richtige + Superzahl zu haben ist immer gleich scheiße. Sie liegt bei 0,0000007 % pro Tipp. Zum Vergleich: Um seine Chancen auf 1% zu erhöhen müsste man ca. 1.500.000 Ziehungen spielen.
Zum Zweiten wird der erzielte Gewinn, wenn es denn tatsächlich dazu gekommen ist, unter allen Gewinnern aufgeteilt. Das heißt je mehr Gewinner es gibt, desto weniger Geld fällt für den Einzelnen ab. Unter der Annahme dass viele Leute Geburtstage tippen – das wären also die Zahlen 1-12, 01-31 – kann man erwarten, dass hier viele Tipps wiederkehrend abgegeben werden. Sollte also eine Geburtstagskombination gezogen werden und man hat tatsächlich einen Gewinn in den oberen Klassen, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass dieser nicht ganz so üppig ausfällt.
Genauso verhält es sich mit getippten “Mustern”. Es ist also viel besser, es genauso zu machen wie der Ziehautomat. Ohne Nachdenken beliebige Zahlen ankreuzen. Man sollte beim Spielen auch nie vergessen, dass den Gewinnern, von denen man aus Berichten hört, Zig-Millionen Verlierer gegenüberstehen.
Man kann beim Lotto seine Chancen auf einen Gewinn nicht erhöhen. Alle Zahlen werden im Mittel gleich oft gezogen.
Aber es ist möglich wenigstens dafür zu sorgen, dass man bei einem Höchstgewinn, so unwahrscheinlich er auch sein mag, möglichst viel abstaubt…